Januar 2016

Rahmenplanung Mühlenstraße am Schlosspark Rastede

Die anspruchsvolle Aufgabe und Chance der Neuordnung eines Teilabschnittes um die Mühlenstraße erfordert unserer Meinung nach auch den ganzheitlichen Blick auf den prominenten Nachbarn: den Schlosspark. Wichtig für die Findung unserer Konzepte ist daher die beinahe banale Erkenntnis, dass der über beispielhafte, denkmalgeschützte Gartenkunst und hohe Attraktivität verfügende Park die Ausformulierung der Randbereiche einerseits unbedingt braucht, dass die Randbereiche andererseits den angrenzenden Park bisher nicht mit dem erforderlichen Respekt zu würdigen scheinen.

Einige der vorhandenen nicht überplanbaren Gebäude im Planungsbereich störten uns im Laufe der Bearbeitung immer stärker. Unsere Idee, mit Hilfe eines begehbaren Landschaftsgemäldes als dreidimensionales Objekt den Bereich Mühlenstraße stadträumlich und landschaftsplanerisch zu reparieren und neu zu ordnen, war das Signal für die Vorentwurfsphase. Ein LandArtArchitekturProjekt mit einer neuen Definition von Schlosspark-Rand, mit scheinbar freiem Landschaftsblick wieder bis an die Mühlenstraße. Wir planen daher ein Kombibad und schieben dieses von der Mühlenstraße aus unter die Topographie und unter die ´Ellern´ (Erlen). Das neue Gebäude und die angrenzende Landschaft werden eins, somit visueller Teil des Gartens. Von der Mühlenstraße aus gesehen präsentiert sich den Besuchern das Ellernbad als zeitgemäßes, modernes Sport- und Freizeitgebäude. Auf den vorrangig nach Süden und Westen ausgerichteten, flach geneigten, begrünten Dachflächen entstehen völlig neuartige Aufenthalts-, Spiel- und Liegebereiche mit faszinierenden Blicken über den Freibadebereich hinweg in die Parklandschaft.

Die zukünftige hochwertige Geschosswohnbebauung sehen wir als aufgelockerte Streulagen bei dennoch intensiver Nutzung der zur Verfügung stehenden Grundstücke und nur nördlich der Mühlenstraße. Die vorhandene Körnung der Nachbarbebauung wird aufgenommen, durch unterschiedliche Größen und Höhen wird der Eindruck einer massiven Bebauung vermieden. Die Neubauten definieren den städtischen Rand, formulieren den Einmündungsbereich der Eichendorfstraße aus.

Die multifunktionale Platzfläche als eigenständiges Zusatzangebot liegt in etwa dort, wo der ganz alte Schützenplatz vor dem Haus des Müllers gelegen haben könnte. Auch dieser war „multifunktional“ und zwar im ursprünglichen und besten Sinne: spielen, handeln, ausstellen, feiern, heute auch parken oder nichts tun, sich einfach mal über eine wohl gestaltete, unaufgeregte Freifläche freuen. Ob als Johann-Oltmanns-Platz oder als Mühlenplatz, ob mit differenziert ausformuliertem Wasserlauf oder ohne.

Die KiTa positionieren wir südlich der neuen Platzfläche, so dass im Alltag Erschließung, Ver- und Entsorgung beinahe wie selbstverständlich über diese Fläche erfolgen. Wir sehen in der bewusst gewählten Nachbarschaft zu den angrenzenden Nutzungen große synergetische Vorteile, Alt und Jung nebeneinander.

Oldenburg, 23. November 2015

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